by Christina Jacquat

Regulation ist kein Fixing

September 30, 2026 | Allgemein

NEWS für dich

Die Idee, jeder Erfahrung aus der sicheren Zone oder der regulierten Mitte zu begegnen, scheint zur fixen Social Media-Idee geworden zu sein. Also immer gelassen und reflektiert reagieren, alles im Griff haben, jede Reaktion zeitgleich in der Metaebene im Blick haben ... Das ist keine Regulation, sondern eher eine zwanghafte Vorstellung von sozialer (Selbst-) Kontrolle, verpackt im Nervensystemkostüm.

Sicherheit im Körper entsteht nicht, weil wir unsere Reaktion kontrollieren. Sondern, wenn wir uns wohlwollend erlauben, zu erleben und zu fühlen, was wir gerade erleben und fühlen. Das heisst NICHT, es achtlos auszuagieren.

Wenn wir uns in Momenten, in denen wir uns ängstlich, klein, verärgert, emotional, erschöpft und überwältigt fühlen, auch noch dafür verurteilen, es (wieder) nicht im Griff zu haben, verhalten wir uns selbst gegenüber bedrohlich. Wir werten verletzliche Anteile in uns ab.

Echte Nervensystemarbeit verbessert die Beziehung zu uns und unseren manchmal ungeliebten Anteilen. Sie hilft uns, auch Schwieriges in uns zu halten und anzunehmen. Genau das schafft für unser Nervensystem die Sicherheit, dies es benötigt.

Vielleicht kannst du dir das nächste Mal, wenn du umgehend versuchst, etwas Unangenehmes in dir zu korrigieren, zu verbessern oder zu kontrollieren, eine Frage stellen: Wie kann ich neugierig auf das sein, was gerade da ist, und mit mir in Verbindung  bleiben – auch dann, wenn mir das, was ich erlebe, nicht besonders gefällt?

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